Aufzug an der Cottbuser Hauptpost ist seit Monaten defekt

Seit Monaten ist der Aufzug an der Cottbuser Hauptpost geschlossen. Ein Zettel verweist auf einen technischen Defekt.Wer es nicht über die Treppe schafft, muss klingeln. „Aber wer klingelt, wartet lange“, hat Karin Müller beobachtet. Die 72-jährige Cottbuserin ist selbst schwerbeschädigt, schafft es mit ihren Gehhilfen aber die Stufen hinauf. „Ich haben schon öfter einen Brief für wartende Rollstuhlfahrer mit hinauf genommen, Päckchen zum Schalter gebracht und Briefmarken für behinderten Menschen besorgt“, sagt sie. Sie helfe gern. Aber dass ein Aufzug so lange kaputt ist, wenn Menschen wirklich darauf angewiesen sind, das verstehe sie nicht.

Die Post AG selbst fühlt sich nicht zuständig. Und auch Postbank-Sprecher Tim Rehkopf in Bonn, den der Zustand ärgert, teilt mit, dass die Postbank nur Mieter sei. Der Fahrstuhl sei nach seinen Informationen bereits seit Ende Januar kaputt. „Wir haben den Defekt umgehend dem Vermieter angezeigt. Er teilte uns aber leider nicht mit, was genau defekt ist. Wir haben nur erfahren, dass die Sonderanfertigung von Ersatzteilen im Ausland zeitaufwendig ist und sich die Reparatur deshalb verzögern wird.“

Regelmäßig fordert die Postbank den Vermieter seit dem auf, für eine schnelle Reparatur zu sorgen. „Bis dahin versuchen wir den Kunden, die auf den Aufzug angewiesen sind, zu helfen“, versichert Rehkopf. In der Regel seien im Finanzcenter zwei bis drei Schalter besetzt. „Laufende Beratungsgespräche oder Transaktionen am Schalter können sie aber verständlicherweise nicht unterbrechen, so dass es zu Wartezeiten für Kunden an der Klingel kommt.

Sven Hoffmann, Vorsitzender des Behindertenbeirates in Cottbus, kennt ähnliche Probleme mit Aufzügen. „Wir haben in der Barrierefreiheit schon viel erreicht. Aber ist so ein Fahrstuhl eingebaut, wird oft vergessen, einen Wartungsvertrag abzuschließen.“ So werden die Aufzüge nicht regelmäßig gepflegt. Wird es dann akut, dauert es und kostet viel“, so Sven Hoffmann. Zudem beobachte der Beirat, dass bei Aufzügen, die außen angebracht werden, anfälliger sind – für Kälte, Feuchtigkeit und Schmutz. „Da ist es besser, uns vorab mal anzusprechen. Und für Hinweis von den Betroffenen selbst sind wir auch dankbar“, sagt Hoffmann.

Quelle: lr-online