Behindertensportler haben Rio im Visier

Feierliche Ehrung für erfolgreiche Behindertensportler des Präventions- und Rehabilitationsvereins

Gruppenfoto aller Sportler


Sportlerehrung mit Landessportbund-Präsident Wolfgang Neubert, Frances Herrmann, Jana Majunke, Janne Sophie Engeleiter, Nico Gläsing, Sportverbands-Vizepräsidentin Dr. Martina Münch, BPRSV-Vorsitzendem Christian Seifert (hinten v.l.) sowie Martina Willing und Franz Koalick (vorn v.l.).
Foto: Georg Zielonkowski/ski1

Zum ersten Mal wurden die erfolgreichen Behindertensportler des Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationsvereins am Ende des Wettkampfjahres 2015 in feierlicher Form ausgezeichnet. Christian Seifert, 1. Vorsitzender des BPRSV, zeigte sich in seinen Eröffnungsworten angetan von der steilen Entwicklung des Vereins, der inzwischen landesweit 4000 Mitglieder zählt.

Die sportlich Erfolgreichsten haben an der Schwelle zum neuen Jahr ein ganz großes Ziel vor Augen, die Paralympischen Spiele von Rio de Janeiro. Für Frances Herrmann ist Brasilien nicht mehr so weit weg, wie sie am Rande der Ehrung betonte. „Wenn man dort was reißen will, braucht es Zeit und ein konsequentes Training mit höheren Belastungen. Dafür braucht der Körper etwas Zeit, aber gemeinsam mit meinem Trainer Ralf Paulo sind wir da auf einem recht guten Weg“, sagt die 26-Jährige, die bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr Speerwurf-Bronze gewann und sieben Jahre zuvor aus Peking von den Paralympics die Silbermedaille vom Diskuswettbewerb mitbrachte.

Tagsüber arbeitet Frances Herrmann beim Cottbuser Sozialamt. Dank Gleitzeit ergeben sich hier jedoch vorzügliche Möglichkeiten, den Leistungssport intensiv auszuüben, worüber sich Trainer Ralf Paulo gegenüber den Verantwortlichen bei der Stadt Cottbus dankbar zeigte.

Gemeinsam mit Frances Herrmann wird Martina Willing, die wohl erfolgreichste deutsche Behindertensportlerin, den Weg nach Rio antreten. In ihrer langen Laufbahn hat die 56-Jährige 40 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften sowie Paralympics gewonnen. Ein Ende dieses beeindruckenden Weges ist für die querschnittsgelähmte, blinde Sportlerin nicht in Sicht. Nahe des Cottbuser Sportzentrums bewohnt sie ein Dauerzimmer, von dem aus sie zweimal täglich das Training besucht.

Einig waren sich die offiziellen Vertreter bei der Ehrung über die Bedeutung von Ausnahmeathleten wie Martina Willing. Leichtathletik-Cheftrainer Ralf Paulo hat schon die kommenden Kader im Visier: „Mit Franz Koalick aus der 9. Klasse der Bauhausschule und Nico Gläsing haben wir gleich zwei ganz hoffnungsvolle Jungs in der Trainingsgruppe der Sprinter. Unsere Co-Trainerin Rita Chukrowa hat zwei 200-Meter-Goldmedaillengewinner der diesjährigen Nachwuchs-WM geformt. Auch deshalb bin ich froh und dankbar, dass die Trainerstelle demnächst in eine Vollzeitstelle angehoben wird.“

Neben den Leichtathleten sind es die Dreirad-Straßenradsportler, die den Cottbuser Verein weltweit bekannt machen. Der Name Jana Majunke ist längst ein Begriff in der Paracycling-Fachwelt. Nicht nur weil sie im zu Ende gehenden Jahr sowohl den UCI-Weltcup und bei der WM zwei Bronzemedaillen gewann, gehört sie zu den aussichtsreichsten Bewerbern für einen Startplatz bei den Paralympics von Rio.

Trainer Renee Schmidt, zuvor in der Schweiz und in Dubai als Nationalcoach tätig, ist überzeugt davon, seinen Schützling gemeinsam mit der momentan auf Lanzarote im Trainingscamp weilenden Kerstin Brachtendorf im Flieger nach Brasilien sitzen zu sehen. Er sagt: „Bei dem Trainingsfleiß der Sportlerinnen und den großartigen Bedingungen, die wir hier beim BPRSV nutzen können, scheint mir das die logische Konsequenz.“


Quelle: lr-online.de