Cottbus lässt die Barrieren fallen

Behindertenbeirat verteilt Bestnoten an Verkehrsunternehmen / Lob für private Projekte

Wie barrierefrei ist Cottbus? Dieser Frage hat sich der Behindertenbeirat in den vergangenen Monaten gewidmet. Vor allem Cottbusverkehr erntet viel Lob. Doch auch private Investoren nehmen immer mehr Rücksicht auf  ältere oder behinderte Menschen, lautet das Fazit.

„Wir können in den letzten zwei Jahren feststellen, dass sich einiges bewegt hat – zum Positiven“, sagt Sven Hoffmann, Vorsitzender des Behindertenbeirates. Wenn irgendwo neu gebaut wird, sitzt inzwischen der Interessenverband der Menschen mit Handicap wie selbstverständlich gemeinsam mit Verwaltung, Planern und Architekten am Tisch. „Das war nicht immer so“, sagt Hoffmann. In der Vergangenheit habe man sich häufig wie ein unerwünschter Bittsteller gefühlt. Weil jetzt aber schon im Vorfeld intensiv zusammengearbeitet wird, hat der Beirat bei der Abnahme der Bauprojekte immer weniger zu bemängeln. „Meist sind es Kleinigkeiten, die sich mit geringem Aufwand beheben lassen“, sagt Hoffmann.


Foto von der Besichtigung des Leitsystems im Planetarium Cottbus - Foto Ulrike Elster lr-online.de Beispiel Weltspiegel: „Durch den Umbau haben sichdie Bedingungen für Menschen mit Behinderungen deutlich verbessert“, sagt Sven Hoffmann. Für Rollifahrer gebe es ausreichend Platz im Saal. Zahlreiche Menschen mit Behinderung hätten das Kino inzwischen besucht. Bemängelt werden die fehlenden Stufenmarkierungen sowie zum Teil die Beschriftung. „Die sieht zwar sehr stylish aus, ist aber für Menschen mit Sehfeldeinschränkungen schwer zu fassen“, sagt der Beiratschef. Die fehlende Hörschleife soll nachgerüstet werden, hat der Betreiber zugesichert.

 Planetarium: An der Treppe ist ein Blindenleitsystem verlegt worden. Allerdings sind die Treppenstufen noch nicht kontrastreich genug. Noppenplatten inAnthrazitton sollen dort Abhilfe schaffen. Außerdem verlangt der Beirat, dass zum Beispiel die WC Türen mit Schildern ausgestattet werden, die ertastet werden können. Die alte Höranlage sei wieder eingebaut worden und funktioniere gut.


Technisches Rathaus: Im Foyer gibt es im Fußboden ein Blindenleitsystem. Der Computeranmeldeplatz ist nachgerüstet worden, die Tastatur lässt sich jetzt in der Höhe verstellen. 

Cottbusverkehr: Das Unternehmen erhält vom Behindertenbeirat Bestnoten. Gelobt wird das neue Kundenzentrum in der Stadtpromenade. Dort sei selbst an vermeintliche Kleinigkeiten wie höhenverstellbare Tresen  gedacht worden. Bei der Umrüstung der Langläufer seien Rampen für Rollstuhlfahrer nachgerüstet worden. „Die Bevölkerung in Cottbus wird immer älter – das Verkehrsunternehmen hat die Bedürfnisse der Kunden in der Zukunft erkannt“, sagt Sven Hoffmann.

Quelle: lr-online.de