Deutschland: Mehr Todesopfer bei Treppenstürzen als bei Verkehrsunfällen!

Schwer vorstellbar: Derzeit kommen mehr Menschen bei Treppenunfällen ums Leben als im Straßenverkehr: 2013 starben auf deutschen Treppen ca. 4000 Menschen, 17 % mehr als bei Verkehrsunfällen!

Wir sollten es ernst nehmen, dass aufgrund des demographischen Wandels ein umfassendes seniorengerechtes Bauen notwendig ist. Eine der wichtigsten Forderungen ist, die mit Rücksicht auf ältere Menschen beachtet werden sollte: Treppen müssen optimal sicher gestaltet werden!

Ignorierte Sicherheitsaspekte bei der Treppengestaltung
Neu gebaute Treppen verstoßen oft gegen bestimmte Details der Normbestimmungen. Diese seien nebensächlich bzw. überflüssig, wird behauptet. Aktuelle Leitfäden empfehlen diese Missachtung sogar. In Wirklichkeit handelt es sich genau bei diesen Details um elementare Sicherheitsforderungen für Treppen.

Problem: Handlauf-Enden
Die Mehrzahl der schweren Treppenunfälle ereignet sich bekanntlich beim Abwärtssteigen am unteren Treppen-Ende. Dies ist leicht nachvollziehbar: Der menschliche Körper bewegt sich – rein physikalisch gesehen – auf einer schiefen Ebene abwärts und muss unten wieder abgefangen und in die Ebene umgelenkt werden. Wer etwas verunsichert am Handlauf die Treppe abwärts steigt oder wer – ohne sich zunächst am Handlauf festzuhalten – hier ins Straucheln kommt, braucht einen festen Halt, auf den er sich stützen kann.
Es dient in erster Linie dem Zweck der Unfallverhütung, wenn in DIN 18040-1 bis -3 an dieser Stelle eine genau definierte Handlaufgestaltung verlangt wird, und zwar mit einer Muss-Bestimmung: Die Handlauf-Enden müssen „am Anfang und Ende der Treppenläufe (z. B. am Treppenpodest) noch mindestens 30 cm waagerecht weiter geführt werden“ (in der ergonomisch korrekten, von der Norm eindeutig geforderten Höhe). Jene Sicherheitsforderung ist nicht neu, sondern findet sich bereits in Normen von 1992, 1996 und 1998.

Problem: Sichtbarkeit der Stufenkanten
Dass sehbehinderte Menschen im Vergleich zu gut sehenden Menschen zwei- bis dreimal so häufig auf Treppen stürzen, zeigt nicht nur die besondere Gefährdung und Schutzbedürftigkeit dieses Personenkreises, sondern lässt gleichzeitig erkennen, dass die gute Sichtbarkeit von Treppen – nicht nur für behinderte Menschen – einen wesentlichen Sicherheitsaspekt darstellt. Seit Jahrzehnten sind daher Bemühungen um möglichst sicher erkennbare Stufen zu beobachten.


Quelle: nullbarriere.de / Fachbeitrag von Dietmar Böhringer