Einsatz von Fördermitteln

Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 19.12.2011:

Link zum LR-Artikel: Behindertengerechte Wohnungen ohne Mieter

Der Einsatz von Fördermitteln, z.B. der Investitionsbank des Landes Brandenburg, unterliegt einer Richtlinie die besagt, dass ein Grad der Behinderung von 80 vorliegen muss um den geförderten Wohnraum anmieten zu können.
Genau hier muss bei den Anbietern von Wohnraum endlich ein umdenken stattfinden!
Denn barrierefreier Wohnraum ist für viele Menschen in unserer Stadt, die keine anerkannte Behinderung haben, eine Behinderung unter GdB 80 und eben auch für Menschen ohne Behinderung sehr attraktiv. Dieser Bedarf kann nicht gedeckt werden, da gegebene Förderrichtlinien eine Vermietung in diesen Fällen behindern.

Seit vielen Jahren weist der Behindertenbeirat der Stadt Cottbus die verschieden städtischen Anbieter von Wohnraum mahnend darauf hin, nicht nur auf den Umbau bzw. den Bau von gefördertem Wohnraum zu setzen. Die Folgen dieser nicht ernst genommenen Worte zeigen sich nun immer deutlicher. Im Jahr 2009 fand zum „Aktionstag Chancengleichheit“ ein Forderungslauf in Cottbus statt. Vereine, Verbände und Interessenvertretungen übergaben 10 Forderungen zur Verbesserung des Lebens von Menschen mit Behinderung in unserer Stadt. Eine dieser Forderungen richtete sich an die Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) mit dem Wortlaut:

“WIR fordern: Zur besseren Integration von Menschen mit Behinderungen muss in Cottbus flächendeckend barrierefreier Wohnraumbestand zur Verfügung gestellt werden.
Dieser muss bezahlbar sein und der Bestand in seiner Differenziertheit (individuell angepasster und DIN-gerechter) übersichtlich dargestellt werden.“

Nicht außer Acht gelassen werden darf dabei, dass ein Verzicht auf den Bau oder Umbau, selbst von gefördertem Wohnraum, keine Lösung sein kann um dem Charakter lebenswerte, tolerante, weltoffene und nicht zuletzt zunehmend barrierefreie Stadt Cottbus gerecht zu werden.