Film soll SchülerInnen sensibilisieren

Filmprojektor
Bild: Brigitte Faber

Was erleben Menschen mit Behinderungen, die sich im Sport auf den Weg an die Weltspitze machen? Welche Hürden müssen sie meistern und wie können wir alle dazu beitragen, Barrieren in unserer Gesellschaft abzubauen? Die Beschäftigung mit diesen Fragen sollte auch in der Schule eine wichtige Rolle spielen. Aus diesem Grund erhalten alle weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz in den nächsten Wochen kostenlos den Dokumentarfilm „GOLD – Du kannst mehr als Du denkst“ als DVD mit Vorführlizenz.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und der Geschäftsführer der Unfallkasse, Manfred Breitbach gaben mit der persönlichen Übergabe der DVD an den Schulleiter der IGS Nieder-Olm, Jürgen Winzer, den Startschuss für die Gemeinschaftsaktion der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und des Bildungsministeriums. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler der IGS und von benachbarten Schulen nutzten zudem die Gelegenheit, den Film erstmals in einer Schule anzuschauen und mit der querschnittgelähmten Schwimmerin und Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics Kirsten Bruhn, einer Hauptdarstellerin des Films, zu diskutieren.

„Die Inklusion ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die Bildungspolitik und allgemein pädagogische Aufgabe jeder Schule. Um sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen ganz selbstverständlich in der Mitte unserer Gesellschaft leben können, müssen wir zum einen die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Mit unserem sich stetig erweiternden Netz von Schwerpunktschulen sowie Förder- und Beratungszentren tun wir das. Vor allem aber geht es darum, die Einstellungen und Haltungen gegenüber Menschen mit Behinderungen zu verändern und in der Konsequenz, die Potenziale dieser Menschen zu erkennen und zu entwickeln“, betonte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig. In diesem Prozess spielten die Schulen eine zentrale Rolle. Der Dokumentarfilm „GOLD – Du kannst mehr als Du denkst“ mit seinen teilweise sehr intimen Einblicken in den Lebensweg von drei sehr erfolgreichen Behindertensportlern könne hier einen wertvollen Beitrag leisten, um Schülerinnen und Schüler zu informieren und zu sensibilisieren.

Manfred Breitbach, der Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, die auch Trägerin der gesetzlichen Schülerunfallversicherung ist, betonte: „Nach einem Unfall unterstützt die Unfallkasse ihre Versicherten dabei, wieder zurück ins Leben zu finden. Als Mitglied der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hat sie den Film GOLD mit finanziert. Denn GOLD zeigt auf außergewöhnliche Weise, wie wichtig der Sport für die Rehabilitation ist. Mit seinen emotionalen Bildern verdeutlicht der Film zudem eindrucksvoll, wie Menschen mit Behinderung ihr Schicksal meistern und Barrieren überwinden.“ Damit sei der Dokumentarfilm auch ein geeignetes Medium für die Schulen, sagte Breitbach und verwies darauf, dass unter dem Link www.dguv-lug.de/filmprojekt_gold.php umfangreiche begleitende Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stehen.

Das Filmteam um den Grimme-Preisträger Michael Hammon begleitete die querschnittgelähmte Schwimmerin Kirsten Bruhn aus Neumünster, den blinden Läufer Henry Wanyoike aus Kenia und den Rennrollstuhlfahrer Kurt Fearnley aus Australien auf ihrem Weg zu den Paralympics 2012. Der Film erzählt von Siegen und Niederlagen und macht deutlich, dass jeder seine Träume verwirklichen kann. Er bietet viele Gesprächsanlässe für den Unterricht. Dies bestätigte auch Jürgen Winzer, Schulleiter der IGS Nieder-Olm, der betonte: „Seine Fähigkeiten beim Sport zu erleben, ist für alle Menschen ein Weg zu mehr Vertrauen in den eigenen Körper und zu einer erhöhten Selbstkompetenz. Ich freue mich als Schulleiter einer Schule, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam leben und lernen, einen Beitrag zum Abbau von Berührungsängsten und zur Steigerung von Akzeptanz, Toleranz und Kooperation zu leisten.“ Nach der Filmvorführung konnten die Schülerinnen und Schüler mit der Hauptdarstellerin Kirsten Bruhn und Unfallkassen-Geschäftsführer Manfred Breitbach diskutieren. Kirsten Bruhn berichtete, wie es für sie war, bei dem Film mitzumachen: „Es ist mir nicht leicht gefallen, für den Film die schwerste Zeit meines Lebens noch einmal zu durchleben. Aber ich würde es wieder tun. Der Film ist für mich ein authentischer Beitrag zur Inklusion.“


Quelle: kobinet nachrichten