Haltestelle am Gelsenkirchener Platz bekommt in Kürze eine Rampe

Cottbusverkehr wartet auf eine Extraanfertigung

Die Straßenbahnhaltestelle Gelsenkirchener Platz ist vor einem halben Jahr saniert worden. Doch während die Fahrgäste, die zu Fuß unterwegs sind, das genießen können, hat das Ehepaar Krause Probleme damit.

Hans-Dieter Krause und seine Frau sitzen im Rollstuhl. „Die Bahnsteigkante ist wesentlich höher als an anderen Haltestellen in Cottbus, vier Zentimeter sind das bestimmt“, sagt der Cottbuser. Das sei zu viel, um schnell aus der Bahn herauszukommen und um sicher hineinzurollen. Zwar fahre oft Begleitpersonal von Cottbusverkehr mit und auch Straßenbahnfahrer steigen aus, um eine Rampe auszulegen. „Doch wir Rollstuhlfahrer wollen unabhängig und nicht immer auf die Hilfe anderer angewiesen sein – abgesehen davon, dass die Straßenbahn ja dann auch nicht so schnell weiter kann“, gibt Hans-Dieter Krause zu bedenken.

Jörg Reincke, Geschäftsführer von Cottbusverkehr, hat Verständnis für diesen Hang zur Unabhängigkeit. Beschwerden von Rollstuhlfahrern haben ihn zum Gelsenkirchener Platz zwar noch nicht erreicht, aber das Problem sei bekannst. „Wir sanieren unsere Haltestellen mit einem weiten Blick in die Zukunft, und für die Straßenbahnen der Zukunft brauchen wir diese höheren Bordsteine. Normalerweise haben unsere Haltestellen eine Höhe von 17 Zentimetern, im Fall des Gelsenkirchener Platzes sind es aber ganze 24 Zentimeter“, sagt Reincke. Weil das für die aktuellen Bedürfnisse der Rollstuhlfahrer aber viel zu hoch ist, fertigt ein Unternehmen aus der Kolkwitzer Region jetzt eine feste Rampe an. Jörg Reincke hofft, dass sie noch im November befestigt werden kann. Weil es eine Sonderanfertigung ist, dauere es leider einige Zeit, entschuldigt sich Reincke.

Bis dahin rät er den Krauses und allen anderen Rollstuhlfahrern an dieser Haltestelle, das Begleitpersonal oder den Fahrer anzusprechen – „anders geht das bis zur Montage leider nicht“, bittet der Geschäftsführer um Verständnis.

Hans-Dieter Krause freut sich auf die Rampe, will sie dann auch gleich ausprobieren und sein Urteil abgeben.

Quelle: lr-online