Kein Weltspiegel für Hörgeschädigte

Im Leserbrief zum Kommentar „Kino gegen Herzdruck“ (RUNDSCHAU vom 28. Oktober) schreibt Heinz Sander aus Drebkau:

Das hilft dem Weltspiegel am meisten. Wenn ich ins Kino gehe, möchte ich die Dialoge verstehen, denn erst im Komplex von Bild und Ton kann ein Kinoabend zum Erlebnis werden. Eigentlich normal, aber nicht im Weltspiegel. Hier vertritt man die Meinung, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen lieber nicht kommen sollen.

Nicht anders ist es zu verstehen, dass bis heute die entsprechende Technik zur Tonübertragung für Hörgeschädigte nicht funktioniert oder bewusst nicht installiert wurde. Wenn man meint, dass die Gruppe der Hörgeschädigten so eine Minderheit ist, worüber kein Aufhebens erforderlich, dann möchte ich darauf verweisen, dass laut Statistik in Cottbus und dem Umland etwa 20 000 Menschen mit eingeschränktem Gehör zu Hause sind. Unmittelbar nach der Eröffnung fand man im Internetauftritt des Weltspiegels noch den Hinweis, dass eine Hörschleife vorhanden ist. Dies ist nunmehr entfernt worden.

Die Anfragen vom Schwerhörigenverein blieben weitestgehend unbeantwortet. Dieser Tage konnte der Schwerhörigenverein Cottbus sein 30-jähriges Bestehen festlich begehen. Auf viele Erfolge konnten wir dabei zurückblicken. Der Weltspiegel gehört zum größten Misserfolg in Hinsicht der Teilhabe von hörgeschädigten Bürgern. Vor der Wende war diese Spielstätte die beste Anlage für gutes Hören von hörgeschädigten Menschen. Jetzt ist die Spielstätte für uns Hörgeschädigte nicht mehr nutzbar.


Quelle: lr-online.de