Keine neuen Barrieren

viele Menschen, die sich an den Händen fassen

Aus Webfoto: Über uns
© Bundesfachstelle Barrierefreiheit

In Berlin wurde jetzt die Bundesfachstelle Barrierefreiheit eröffnet. Sie wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert. Ihre Aufgabe: das Wissen zur Barrierefreiheit bündeln, aufbereiten und der Öffentlichkeit zugänglich machen, um so die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Träger ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Bochum. Betroffene verlangten bisher vergeblich, dass keine neuen Barrieren errichtet und auch privatwirtschaftliche Unternehmen zur Barrierefreiheit verpflichtet werden. „Keine neuen Barrieren schaffen“, fordert Dominik Peter vom Berliner Behindertenverband in einem Presseinterview.

In der aktuellen Ausgabe der „Berliner Woche“ kritisiert Peter, dass „in Bezug auf das barrierefreie Bauen die Weichen nicht gestellt“ sind. Nach der Berliner Bauordnung müsse ab 2020 ein großer Teil der Neubauwohnungen barrierefrei gebaut werden. „Damit wird aber nicht mal der Bedarf gedeckt, den auch auch der demografische Wandel mit sich bringt. Schon jetzt haben wir 41 000 barrierefreie Wohnungen zu wenig“, stellt der Verbandsvorsitzende klar.

Zudem sieht die Bauordnung vor, die  1997 abgeschaffte Unterteilung von Gebäuden in einen Besucher- und einen Benutzerbereich wieder einzuführen. Besucherbereich muss, Benutzerbereich nicht barrierefrei sein. „Wie will man einen Lehrer anstellen, der im Rollstuhl sitzt, wenn der Benutzerbereich einer Schule nicht behindertengerecht ist“, fragt Peter. Das verstoße gegen die UN-Behindertenrechtskonvention, nach der keine neuen Barrieren geschaffen werden dürfen.