Kleiner Aufwand und große Wirkung bei der Cottbuser Kita Nesthäkchen

Artikel der Lausitzer Rundschau Cottbus vom 07.09.2011

Stolz und ein wenig aufgeregt machte sich die sechsjährige Nele an die besondere Aufgabe. Ein Schnitt – und das rot-weiße Absperrband war durchtrennt.

Die sechsjährige Nele hat am Dienstag den neuen behindertengerechten Parkplatz an der Kita Nesthäkchen freigegeben.

Die Cottbuser Kita Nesthäkchen in der Briesener Straße verfügt seit Dienstag über zwei behindertengerechte Parkplätze. Gut zweieinhalb Jahre hatte es von der ersten Begehung bis zur Freigabe gedauert. Doch wenigstens ein Jahr lang wird Nele, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, noch von der neuen Errungenschaft profitieren.

Neles Mutter ist es gewesen, die im Jahr 2009 den Vorstoß gewagt und den Cottbuser Behindertenbeirat eingeschaltet hatte. „Das Parken war kompliziert, entweder musste ich weit weg von der Kita das Auto abstellen oder ich durfte die Feuerwehrzufahrt nutzen, wurde dann aber von anderen Eltern zugeparkt“, sagt Ulrike Lehmann. Dass es am Ende doch noch eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gegeben hat, nimmt die junge Mutter zum Anlass für einen Appell. „Es lohnt sich immer, sich einzumischen, sich Verbündete zu suchen“, sagt sie.

Rund 6000 Euro hat laut Stadtverwaltung der Bau des Parkplatzes gekostet. Die lange Zeit bis zur Einweihung hatte auch etwas mit der Haushaltssituation zu tun. „Die Planungen waren durch, es sollte losgehen, dann kam der Haushaltsstopp“, sagt Sven Hoffmann, Vorsitzender des Behindertenbeirates der Stadt. Der Oberbürgermeister habe kurzfristig das Geld freigegeben.

Eine Baustelle ist damit abgearbeitet, viele andere warten allerdings in der Stadt noch. Derzeit wird laut Hoffmann im Rathaus an einer Konzeption gearbeitet, wie die Inklusion in der Stadt umgesetzt werden soll. „Wir brauchen erst einmal eine Analyse der Ist-Situation“, sagt Hoffmann. Hilferufe gibt es aus beinahe allen Einrichtungen. So wünscht sich Birgit Fabiunke, Chefin der Kita Nesthäkchen, dass nach dem Parkplatz jetzt auch innerhalb des Gebäudes etwas geschieht und zum Beispiel die Bäder so umgebaut werden, dass sie auch von den 20 Integrationskindern genutzt werden können. Derartige Defizite gebe es in vielen anderen Einrichtungen, vor allem in den älteren Gebäuden, sagt Hoffmann.

Impressionen

die Kinder zerschneiden das Band bei der Einweihung der 2 neuen Parkplätze für Menschen mit BehinderungGruppenfoto der Kinder der Integrationstagesstätte Nesthäkchen