Konservatorium Cottbus – Konzertsaal jetzt mit bestem Klang

Wenn die Akkordeonorchester des Landes Brandenburg am heutigen Samstag im Cottbuser Konservatorium zum Abschluss ihres Treffens ein Konzert geben, erlebt der frisch sanierte Konzertsaal seine erste Bewährungsprobe. 1,4 Millionen Euro sind in die Baumaßnahme geflossen.

  Auch Mitglieder des Schwerhörigenvereines haben den sanierten Konzertsaal getestet und sind begeistert. Foto: Elsner

Auch Mitglieder des Schwerhörigenvereines haben den sanierten Konzertsaal getestet und sind begeistert. Foto: Elsner

Mit der denkmalgerechten Wiederherstellung des Saals ist die Mitte der 90er-Jahre begonnene umfassende Sanierung des Cottbuser Konservatoriums abgeschlossen. Damit verfügt die Bildungsstätte, die mit den hervorragenden Leistungen ihrer Schüler brandenburg- und deutschlandweit immer wieder Ankerkennung erntet, über beste Voraussetzungen für Ausbildung und Veranstaltungsbetrieb.

Während Tischler und Maler die letzten Handgriffe erledigen, testen Vertreter des Schwerhörigenvereins kurz vor der Eröffnung die neue funkgesteuerte Schwerhörigenanlage. „Musikgenuss und Sprachverständlichkeit sind sehr gut“, stellt Heinz Sander aus Drebkau anerkennend fest. Für Techniker Kurt Boelke kommt diese Einschätzung nicht überraschend. „Es klingt hervorragend“, lautet sein Urteil. „Dank digitaler Technik gibt es kein Brummen und kein Rauschen.“ Schwerhörige müssen sich vor den Konzerten beim Einlass melden und erhalten dann ein Gerät, das Sprache und Musik direkt zum Ohr bringt. Barrierefreiheit war neben dem Brandschutz und der energetischen Ertüchtigung ohnehin eines der großen Themen bei der Sanierung. So ist jetzt auch die Bühne für Rollstuhlfahrer gut erreichbar.

Auf der Aufgabenliste standen nach den Worten von Projektsteuerer Nico Kossack unter anderem Fassadensanierung, Fenster- und Türaufarbeitung, Dachsanierung, die Erneuerung der Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallation, Malerarbeiten und die Aufarbeitung des Parketts. Rund 1,4 Millionen Euro sind in diesem Jahr in das denkmalgeschützte Gebäude geflossen, darunter 882 000 Euro Fördermittel für den Stadtumbau.

Die besondere Schwierigkeit habe darin bestanden, so Nico Kossack, den kompletten Saal unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten in nur siebeneinhalb Monaten vollständig wiederherzustellen. Dabei gab es einige knifflige Aufgaben zu lösen. Eine Lüftungsanlage wurde so integriert, dass sie für die Gäste unsichtbar bleibt. Mit dem Einbau neuer Kronleuchter, die per Knopfdruck heruntergelassen werden können, lassen sich jetzt Glühlampen problemlos austauschen. Erweiterte Rettungswege erhöhen die Sicherheit. Ein neuer Wandanstrich und die überarbeitete Holzverkleidung in Saal, Galerie und Foyer wirken einladend auf Gäste und Musiker.

Die nächste Gelegenheit, den sanierten Saal in Besitz zu nehmen, ergibt sich für die Cottbuser nach dem heutigen Orchestertreffen am Donnerstag, 27. November ab 19 Uhr. Dann stellen sich in der Reihe „Solo Extra“ die Besten im Konzert vor. Der Eintritt für beide Veranstatungen ist frei.


Quelle: lr-online.de