Neues Stadtmuseum ins Leitsystem Barrierefreies Cottbus aufgenommen

Ab sofort macht ein Signet an der Eingangstür darauf aufmerksam: Menschen mit Geh-, Seh- und Hörbehinderung können die Angebote gleichberechtigt nutzen

Initiatoren und Schüler


Steenbeck-Schüler waren dabei, als Sven Hoffmann (oben links) das Signet für Barrierefreiheit im Stadtmuseum angebracht hat.
Foto: Elsner

Das Stadtmuseum Cottbus ist in das Leitsystem Barrierefreies Cottbus aufgenommen worden. Sven Hoffmann und Bernd Gursch von der Interessenvertretung Barrierefreies Cottbus haben am Donnerstag gemeinsam mit Museumschef Steffen Krestin und Hans Limberg vom Städtischen Fachbereich Immobilien das dazugehörige Signet auf die mittlere Eingangstür des Museums geklebt.

Schüler der Klassen 7 bis 9 des Max-Steenbeck-Gymnasiums, die gerade ihren Projekttag im Stadtmuseum verbrachten, verfolgten die Aktion.

Während vor Jahren Barrierefreiheit häufig nur auf Rollstuhlfahrer ausgerichtet war, werde der Begriff heute viel umfassender verstanden, betonte Sven Hoffmann im RUNDSCHAU-Gespräch. Das zum Museum umgebaute frühere Bankgebäude in der Bahnhofsstraße erfüllt alle vier Kriterien für Barrierefreiheit. Es ist dank des Aufzugs und ausreichender Bewegungsflächen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nutzbar. Für Menschen mit Sehbehinderungen ist bereits das Geländer am Aufgang zur Dauerausstellung mit tastbaren Informationen in Braille- und Pyramidenschrift versehen. Der Fahrstuhl bietet durch Ansagen zusätzliche Orientierung. Hinzu kommt eine leicht verständliche Sprache, damit mit Erläuterungen möglichst alle Besucher erreicht werden.

Weil Barrierefreiheit eben nicht nur daran gemessen werden kann, inwieweit öffentliche Gebäude, Plätze, Wege oder Verkehrsmittel für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nutzbar sind, soll das Leitsystem Barrierefreies Cottbus in den nächsten Wochen aktualisiert werden. „In der Stadt gibt es mehr als 800 barrierefreie Einzelobjekte“, berichtet Sven Hoffmann. Das Spektrum reiche von Gebäuden bis Haltestellen.

Wie wichtig die Interessenvertretung für Barrierefreiheit ist, zeige die große Zahl der Menschen, die darauf angewiesen sind. „Statistisch haben 16 Prozent der Cottbuser eine Behinderung“, so Hoffmann. Die Dunkelziffer liege noch weit darüber.


Quelle: lr-online.de