Sportzentrum ist wieder eine Baustelle

Arbeiten am neuen Paralympics-Stützpunkt und der Physiotherapie laufen/Sportler kämpfen in Doha um Medaillen

2015-10-29

Die Arbeiten am paralympischen Stützpunkt im Cottbuser Sportzentrum laufen. Kay Havenstein von der Stadtverwaltung, Josephine Schwebel (Olympiastützpunkt) und Ralf Zwoch vom Sportstättenbetrieb (v.l.) informieren sich über den aktuellen Stand. (Foto: lr-online.de)

Platz fünf für Frances Herrmann im Kugelstoßen. Ein achter Platz für Martina Willing im Diskuswerfen. Die beiden Behindertensportler des Cottbuser Vereins BPRSV überzeugen derzeit bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha. Gleichzeitig werden in Cottbus die Trainingsbedingungen deutlich verbessert. Davon profitieren nicht nur die Behindertensportler, sondern auch die Top-Athleten des Olympiastützpunktes.

Nach Katars Hauptstadt Doha zieht es in diesen Tagen den Cottbuser Sportstättenbetriebschef Ralf Zwoch. Allerdings nur virtuell, per Internet. Denn eine Dienstreise gibt der städtische Haushalt natürlich nicht her. So klickt sich Zwoch regelmäßig durch die Ergebnislisten der Welttitelkämpfe der Leichtathleten mit Handicap. Schließlich wird in Doha derzeit auch ein wenig über die Zukunft von Cottbus entschieden. Denn je besser die Cottbuser Athleten bei den Weltmeisterschaften der Behindertensportler abschneiden, umso größer sind die Aussichten, dass Geld aus den Fördertöpfen von Bund und Land für die sportliche Infrastruktur in die Lausitz fließt. „Medaillen helfen da immer weiter“, sagt Zwoch.

Für das aktuelle Bauvorhaben ist die Finanzierung allerdings bereits gesichert. 1,7 Millionen Euro werden ausgegeben, um einen paralympischen Stützpunkt im Sportzentrum herzurichten. Ein ehemaliges Sportstudio wird dafür umgebaut. Das Sportzentrum gleicht deshalb derzeit wieder mal einer Baustelle.

„Stadt, Sportstättenbetrieb, Olympiastützpunkt und Behindertensportverband haben ein Team gebildet und gemeinsam das Konzept entwickelt“, sagt Ralf Zwoch. Der Brandenburgische Präventions- und Rehabilitationssportverein (BPRSV) ist als mitgliederstärkster Verein der Stadt dabei ein wichtiger Partner. Die Lausitzer Sportschule sitzt ebenfalls mit im Boot. Dort werden zunehmend hochtalentierte Behinderten-Nachwuchssportler betreut.

Wenn im August 2016 das paralympische Zentrum fertig ist, dann werden davon aber nicht nur die Sportler mit Handicap profitieren. Denn in den Räumlichkeiten wird dann auch die Physiotherapie des Olympiastützpunktes untergebracht sein. „Dabei sprechen wir von mehr als 120 Kadersportlern, die dieses Angebot dann nutzen können“, erklärt der Chef des städtischen Sportstättenbetriebs. Noch in diesem Jahr freut sich Zwoch über einen neuen Mieter im Hochhaus in der Dresdener Straße. Der Behindertensportverband Brandenburg wird Anfang Dezember dort seine Geschäftsstelle einrichten. Das sei ein weiterer Mosaikstein bei der Entwicklung des Standortes.

Während es auf der Baustelle in Cottbus in diesen Tagen schon ziemlich kühl ist, trotzen in Doha Frances Herrmann und Martina Willing derweil der Hitze. Temperaturen von mehr als 30 Grad, dazu ein sehr schwüles Klima – diesen Wetterbericht übermittelte Cheftrainer Ralf Paulo am Dienstag bei einem kurzen Telefonat. „Ich bin mit den Leistungen meiner Sportlerinnen zufrieden“, lautete sein Zwischenfazit. Noch sind die Medaillenträume nicht ausgeträumt. Sowohl Frances Herrmann als auch Martina Willing gehen in dieser Woche noch beim Speerwerfen an den Start. „Mal sehen, was am Donnerstag noch so geht“, sagte ihr Trainer. Eine Medaille wäre nicht schlecht. Auch wenn damit vielleicht weitere Baustellen im Sportzentrum drohen.


Quelle: lr-online.de