Stadtmuseum bekommt gute Noten

Neues Gebäude wird von der Interessenvereinigung als barrierefrei eingestuft

Das Cottbuser Stadtmuseum hat einen wichtigen Test bestanden. Die Interessenvertretung Barrierefreies Cottbus verteilte nach einem Rundgang durch das sanierte Gebäude gute Noten und das Siegel Barrierefrei.

Foto von der Erhebung

An den Stufen im Eingangsbereich muss nachgebessert werden. Das ist das Ergebnis der Begehung im neuen Cottbuser Stadtmuseum. Foto: Sven Hering

Menschen mit Behinderung können die künftigen Ausstellungen im Cottbuser Stadtmuseum problemlos besuchen. Zu dieser Einschätzung ist die Interessenvertretung Barrierefreies Cottbus (IVBC) nach einem Rundgang durch das sanierte Gebäude gekommen. „Es müssen lediglich noch kleinere Korrekturen vorgenommen werden“, sagt Sven Hoffmann vom IVBC. Das Ergebnis sei nicht überraschend. „Wir hatten im Vorfeld bestimmt fünf, sechs Beratungen und konnten dabei auf viele wichtige Dinge hinweisen“, so Hoffmann.

Parken: Für den Besuch des Stadtmuseums müssen die umliegenden öffentlichen Parkplätze genutzt werden. Ein barrierefreier Parkplatz in direkter Nähe zum Stadtmuseum ist nicht vorhanden. „Allerdings gibt es Bestrebungen, wenigstens einen Parkplatz in einer Seitenstraße einzurichten“, erklärt Hoffmann.

Zugang: Der Zugang erfolgt ebenerdig von der Bahnhofstraße. Die rechte Eingangstür öffnet mit einem Anforderungstaster automatisch.

Innere Erschließung: Alle Gebäudeebenen können über den zentralen Aufzug (mit taktiler Beschriftung) erschlossen werden. Der alte Tresorraum ist über eine Rampe erreichbar. „Gerade die Rampe war das Ergebnis langer Verhandlungen, schließlich wollen wir, dass auch der Tresorraum mit den dort geplanten besonderen Ausstellungen von allen Besuchern genutzt werden kann“, betont Sven Hoffmann. Im Gebäude sind ausreichend Bewegungsflächen vorhanden. Noch steht aber nicht genau fest, wie die Vitrinen angeordnet werden.

 Über eine Rampe ist der Tresorraum erreichbar. Foto: Sven Hering


Über eine Rampe ist der Tresorraum erreichbar.
Foto: Sven Hering

Sanitäranlagen: Im Gebäude befinden sich zwei barrierefreie Toiletten. Diese müssen noch mit einer entsprechenden Beschriftung versehen werden, damit sie auch von Menschen mit Seheinschränkungen erkannt werden. Außerdem fehlten im Behinderten-WC noch Garderobenhaken. Aber auch diese lassen sich laut Museumschef Steffen Krestin mit geringem Aufwand nachrüsten.

Höranlage: Eine feste Hörschleife ist nicht verlegt. Es besteht nach Anmeldung die Möglichkeit, eine mobile Hörschleife zu nutzen. Weitere Angebote für Menschen mit Höreinschränkungen sind geplant.

Treppen: Hier muss noch nachgearbeitet werden. Die Treppenstufen benötigen eine spezielle Markierung, damit Besucher, die nicht so gut sehen, erkennen können, wo die Stufen enden. „Das gilt für den eigentlichen Eingang, noch viel wichtiger ist das aber für die Fluchtwege“, so Sven Hoffmann. Mit spezieller Folie seien diese Korrekturen ebenfalls ohne großen Aufwand möglich.

Markierung: Die in den Vitrinen ausgestellten Exponate müssen so beschriftet werden, dass die Erklärungen leicht erkennbar sind. „Das ist immer eine Gratwanderung zwischen Gestaltung und Anforderung“, sagt Museumschef Steffen Krestin. So sieht transparente Schrift vielleicht ganz schick aus, ist aber für Menschen mit Sehproblemen oft nur schwer zu entziffern. Schwarze Buchstaben auf weißem Papier wiederum sind nicht das, was sich der Chef des Hauses vorstellt. Hier wird es einen Kompromiss geben.


Quelle: lr-online.de / Fotos: LR Sven Hering